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 Remus Lupin

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Remus Lupin
Mitglied im Orden des Phönix # Admin
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Anmeldedatum : 17.08.10
Zweitcharakter : Lord Voldemort, Viktor M. Santford

BeitragThema: Remus Lupin   Sa 21 Aug 2010 - 18:37

"Stand up for what you believe, even if you stand alone."


Mir fällt kein Satz ein, der mich passender beschreiben könnte. Jedenfalls nicht das, was ich von mir denke. Was andere von mir denken...Ein anderes Paar Schuhe. Warum kümmere ich mich eigentlich darum, was andere denken? Wahrscheinlich, weil ich kein unsensibler Ar*** bin.
Wie könnte man mich beschreiben? Mit vielem. Werwolf, das wird wohl das Erste sein, an das die Meisten denken. An das ich denke, wenn ich Leute treffe. Mitglied im Orden des Phönix. Das würde ein Todesser denken und es könnte mich so leicht das Leben kosten. Rumtreiber. So würden James und Sirius mich beschreiben. Obwohl ich wenig von den meisten ihrer Aktion hielt und ich heute wünsche, ich hätte mehr gemacht. James...Ich vermisse dich, Bruder. Harry erinnert mich so sehr an dich, doch ich muss akzeptieren, dass er nicht du ist. Ich kann meine Bewunderung kaum aus drücken. Sich Lord Voldemort entgegenzustellen, sich dem Tod entgegen zu stellen, wissend, dass du verlieren würdest und doch nicht bereit, kampflos aufzugeben. Meine Gedanken sind mit dir.

Kann ich meine Freunde daran erkenne, für was sie mich halten? Kann jemand, der mich nur auf den Fluch des Werwolf-Seins reduziert, mein Freund sein? Kann ich irgendjemandem trauen? Natürlich, Dumbledore und Sirius, Harry, Hermine und Ron. Davon abgesehen? Was ist mit Snape? Ich weiß, dass Dumbledore ihm traut. Ich weiß, dass er auf unserer Seite ist und doch glaube ich es nicht. Er schauspielert einfach zu gut. Vielleicht muss er nicht einmal schauspielern. Er scheint Voldemort so ergeben...Ich weiß, dass ich ihm vertrauen muss, doch mein Herz wehrt sich.

Manchmal frage ich mich, warum ich noch kämpfe. Ich könnte jeden Augenblick entführt oder getötet werden. Falls Voldemort gnädig wäre und mich tatsächlich einfach töten würde. Doch Gnade liegt ihn fern und ich weiß nicht, wie lange ich dem Cruciatus-Fluch standhalten könnte, ohne den Orden zu verraten. Jedes der Ordensmitglieder weiß, dass jeder ein potentielles Leck ist. Dass jeder den Orden verraten könnte. Wir müssen misstrauisch sein, doch gleichzeitig müssen wir einander vertrauen können. Voldemort besiegen...Welch ein aberwitziges Ziel! Einerseits so unmöglich, andererseits wage ich es nicht einmal, mir vorzustellen, was passieren würde, wenn wir den Kampf verlieren würden. Doch Voldemort ist so übermächtig. Weder er noch eine Todesser haben Skrupel, zu foltern oder zu töten und sie haben ein so weites Netz und mehr Leute. Wir hingegen müssen im tiefsten Untergrund kämpfen, um nicht erkannt und getötet zu werden, wir wollen niemanden töten oder verletzen wenn es nicht nötig ist und die Leute haben Angst, sich uns anzuschließen. Ich weiß nicht, wie es ausgehen wird, doch ich weiß, dass es in Krieg enden wird.

Remus Lupin


Zuletzt von Remus Lupin am Do 3 Mai 2012 - 22:13 bearbeitet; insgesamt 4-mal bearbeitet
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Remus Lupin
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BeitragThema: Re: Remus Lupin   Sa 13 Aug 2011 - 23:30

Eine schwere Zeit ist wie ein dunkles Tor, gehst du hindurch, kommst du gestärkt hervor.

...wenn man denn hervorkommt. Nennt mich einen Pessimisten, aber ich zweifle. Ich zweifle daran, dass wir es schaffen, Voldemort zu besiegen; dass wir es schaffen, Hogwarts sicher zu halten; dass wir es schaffen, die magische Welt in das zurückzuverwandeln, was sie vor Voldemorts Aufstieg einmal war.

Sogar in Hogwarts wird das Leben anders. Ich merke, dass Dumbledore selbst sich Sorgen macht und wenn er sich Sorgen macht, sollten das alle anderen auch tun.
Die Unverzeihlichen Flüche sollte ich im Unterricht nicht umsonst mit den Schülern durchnehmen. Ich hoffe sehr, dass ich ihnen zeigen konnte, wie zerstörerisch ihre Macht ist. Ich sollte den Schülern beibringen, dass es das pure Böse sei, diese Flüche zu verwenden, aber kann ich ausschließen, sie eines Tages selbst zu benutzen? Wir Guten kämpfen rücksichtsvoll und fair während die Todesser jede Gelegenheit nutzen, einen von uns umzubringen oder zu foltern. Zum Glück war Neville nicht in dieser Klasse. Für ihn wäre es schrecklich gewesen, über den Cruciatusfluch zu sprechen. Ich kannte seine Eltern. Sie waren tapfer, tapferer als viele, die lieber zu den Todessern überliefen und tapferer als viele Todesser, die aus Angst vor Voldemort nach Askaban gingen. Askaban, noch ein Grund, depressiv zu werden. Noch wird Askaban als sicher ausgegeben, doch wer glaubt dem Ministerium, nachdem Fudge tot ist? Ich habe ihn nicht sonderlich gemocht, das kann ich nicht sagen. Er war zu weich und war nicht in der Lage, die Instabilität zu akzeptieren. Doch man wusste, dass er zumindest auf unserer Seite stand. Wer weiß, wer der nächste Minister wird? Wer weiß, ob nicht morgen die Todesser und Mörder frei herumlaufen, um Voldemort zu dienen, während der Orden in Askaban sitzt?

Manchmal glaube ich, dass ich zu negativ denke, aber ich kann nichts dagegen tun. Voldemort ist stark; stärker als wir und Dumbledore wird alt. Voldemort hingegen bleibt ewig jung...Und Harry ist noch nicht in der Lage, Voldemort zu schlagen, noch lange nicht. Er weiß ja nicht einmal etwas von seiner Verbindung zu ihm und seinem Schicksal...Der arme Junge. Es tut mir so leid, dass er dieses Schicksal auf sich nehmen muss. Für James, für dessen Sohn ich mir etwas anderes gewünscht hätte.

Der Orden unterstützt ihn, soweit es geht, aber auch wir sind wenige geworden. Nach Voldemorts Sturz schien der Orden sinnlos, ein Überbleibsel. Umso schlimmer, dass diese Gedanken falsch waren. Doch die Mitglieder finden sich nur langsam wieder zusammen.
Zudem ist übermorgen Vollmond, ich spüre es bereits. Dieses leichte Kribbeln am Abend, diese Unbeweglichkeit am Morgen. Ich muss Snape unbedingt bitten, mir den Trank sofort zuzubereiten, doch er sagt, ihm fehlten Zutaten. Sicherlich, der Trank ist sehr schwer zuzubereiten und auch die Zutaten sind eher selten, aber ohne diesen Trank...Über 20 Jahre lang habe ich diesen Fluch ertragen. Die schmerzhafte Verwandlung, die rasende Zerstörungswut. Die verschorften oder blutenden Wunden, die ich mir zufügte. Die Narben. Meine Freunde machten das alles erträglicher, aber jetzt schon spüre ich das Alter schwer auf mir lasten. Jede Verwandlung scheint mir Wochen und Monate meines Lebens zu vernichten.
Es ist nicht fair. Ich verheimliche diesen Fluch mit aller Macht, ich tu alles, um das Monster im Zaum zu halten und Leute wie Fenrir Greyback machen alles wieder zunichte. Ich hasse diesen Mann, der mein Leben ruiniert hat!

Wo ich wieder bei den unverzeihlichen Flüchen wäre. Wie kann ich mir sicher sein, dass ich keinen von ihnen anwende? Auch nicht auf Leute wie Greyback. Ich möchte, dass er Schmerzen leidet. Ich will die magische Welt von seiner Fratze befreien und dutzenden von Eltern das Schicksal der meinen ersparen. Wie kann ich sagen, dass ich ihn nicht töte, wenn die Gelegenheit es zuließe? Aus Angst vor der Strafe, nehme ich an. Askaban. Allein das Wort lässt mich erschaudern. Sirius' Augen haben mir alles über diesen Ort gesagt, was es zu wissen gibt...
Diese Zeiten sind nicht einfach. Misstrauen ist dort, wo wir Vertrauen brauchen; Gewalt, wo wir um Frieden kämpfen. Ich muss es so sehen: Vielleicht ist unsere Chance zu gewinnen sehr klein. Doch sie ist alle Male größer, als unsere Chance wenn wir einfach aufgäben.

Remus Lupin


Zuletzt von Remus Lupin am Do 3 Mai 2012 - 22:13 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Remus Lupin
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BeitragThema: Re: Remus Lupin   Mi 11 Jan 2012 - 20:58

„Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird."
Khan aus Star Trek II: Der Zorn des Khan


Ich bin ein guter Mensch. Ich würde nie jemanden umbringen. Ich bin loyal. Ich bin nicht rachsüchtig. Ich kann vergeben. Ich würde meine Freunde nie verraten. Ich bin stark.
Die vergangene Nacht hat mich eines Besseren belehrt. Als ob mein Leben mir sagen wollte, dass ich nicht der bin, für den ich mich halte. Meine Grundfesten, meine Ideale, die ich höher schätze als alles andere, würden zerstört. Ich will nicht pessimistisch sein, das würde die Situation nur noch unerträglicher machen, deswegen hoffe ich, den Glauben an mich selbst schnell wiederzufinden.

Als Ordensmitglied schwebe ich - wie die anderen - in Gefahr. Zwar versuchen wir in unserem eigenen Interesse, unsere Mitgliedschaft ebenso wie die bloße Existenz des Ordens geheim zu halten, doch natürlich gibt es Schwachstellen und Lücken. Es gibt sie, obwohl es sie nicht geben dürfte. Und eine von ihnen habe ich kennengelernt. Ich bin mir nicht einmal sicher, was unser Fehler war. Dass es einen Fehler gab, steht außer Frage. Ich ahne, dass es tatsächlich Wildman war. Sie ist nicht dumm, ganz und gar nicht. Und obwohl sie so gefühlskalt wirkt, weiß ich doch, dass sie sehr wohl in der Lage ist, Gefühle zu verstehen nachzuvollziehen und vielleicht die Verbindung von Dumbledore und mir erkannt hat. Warum nur hat Dumbledore zugelassen, dass diese Person in Hogwarts unterrichtet?

Meine Gedanken kommen immer wieder auf Euphrosyne Wildman zurück. Ja, ich will sie in Askaban sehen; sie hat Flüche angewendet, die niemand jemals anwenden sollte und muss ihre Strafe bekommen. Ein kleiner Teil von mir hat jedoch das erkannt zu verstehen geglaubt, was ich als ihren innersten Teil begriffen habe. Sie ist einsam, leidet unter dem Verlust ihres Kindes und kommt mit ihren eigenen Taten nicht zurecht. Sie ist zerrissen und weiß nicht, zu wem sie sich wenden soll. Und als ich gesagt habe, dass wir uns ähnlich sind...Nun, natürlich wollte ich vor allem meine Haut retten, doch es war keine Lüge. Es war meine Meinung; wir beide sind unseren Idealen treu, versuchen auf unsere Art und Weise richtig zu handeln und mit dem klarzukommen, was das Leben uns antat. Doch wir haben unterschiedliche Wege beschritten bei diesem Versuch.
Einige Details gehen mir einfach nicht aus dem Kopf. Wie kann es sein, dass sie sich einerseits um mich gekümmert hat und ich das Gefühl hatte, ihr Innerstes zu erblicken und sie mir dann kaltblütig Dinge angetan hat, die jeder Beschreibung entbehren? Zu gerne würde ich mir einreden, sie hätte bloß Angst vor Voldemort gehabt, aber das war mehr. Sie hatte sadistische Freude an meinem Leid und hat nicht nur aus Loyalität zu Voldemort so gehandelt. Doch woher kam dann ihr plötzlicher Sinneswandel, mich einfach in Hogsmeade auszusetzen, obwohl ich bereits bereit war, alles zu sagen, was sie wissen wollte?

Letzte Nacht... Ich bin kein Esoteriker oder so etwas, ich bin ein eher nüchterner, rationaler Mensch und glaube mehr an das Schicksal, als an eine höhere Macht. Daher wäre es eigentlich vermessen von mir, von der 'Seele' zu sprechen, vielleicht sollte ich das Ganze eher psychologisch betrachten. Rational. Ich habe feste Ideale. Ich habe mich für loyal gehalten, für einen guten Freund der lieber sterben würde, als seine Freunde zu verraten. Wie man es eben so sagt. Ich dachte, auf mich trifft es wirklich zu. Immerhin war ich bereit gewesen bin ich bereit, im Orden des Phönix mein Wohlergehen zu riskieren. Wildman hat es vielleicht nicht einmal bemerkt, dass ich eingeknickt bin. Sie hat nicht gemerkt, dass sie es endlich geschafft hatte, mich zu brechen. Zu sagen, man würde für seine Freunde sterben, ist eine Sache, die man im Brustton der Überzeugung aussprechen kann - solange man dem Tod nicht in die Augen sieht. Wer weiß, wäre ich vor die Wahl gestellt worden, wäre ich vielleicht bereit gewesen, mein Leben zu opfern. Aber es waren die Schmerzen, die mich zermürbt haben. Wenn man nicht einmal mehr die Kraft hat, zu schreien, denkt man nicht an seine Freunde oder Ideale. Man denkt daran, wie man die Schmerzen beenden kann. Das Gefühl, jeder Knochen im Leib stünde in Flammen, vernebelt alles Denken und reduziert einen auf das Geringste aller Wesen, unfähig zu urteilen. Es ist, als würde einem die Luft zum atmen genommen. Man versucht, den Schmerz abzuschütteln, ihn hinauszuschreien und ihn zu verringern, doch es funktioniert nicht. Nicht, bis die Person, die einem das Leid antut, es zulässt. Bis sie einem gestattet, weiterzuleben. Wildman hat es mir gestattet und neben dem Hass auf sie und vielleicht sogar das Mitleid für sie und ihr Leben, spüre ich tatsächlich Dankbarkeit, für die ich mich fast hasse.
Natürlich weiß ich es nicht von Anderen, die vielleicht stärker sind und widerstanden hätten. Aber ich bin schwach; so schwach, dass ich fast den Orden zerstört hätte. Das einzig Positive ist, dass ich doch lange genug schweigen konnte, um Schlimmeres zu verhindern. Aber Wildman hätte nur eine Frage stellen müssen, nur einen Finger krümmen müssen und ich hätte geredet.

Die Frage, die sich mir jetzt stellt, ist ob ich mit dem Gedanken klar komme, Wildmans Leben wirklich zu ruinieren? Vielleicht findet sie auf den rechten Pfad. Sie hat Dinge getan, die eigentlich unverzeihlich sind, aber gilt das Argument noch, wenn sie doch auf ihr Innerstes hört und begreift, dass sie nicht so sein muss? Sirius hat 13 Jahre in Askaban verbracht und ich habe ihm angesehen, wie sehr er gelitten hat. Kann ich das verantworten jemandem antun?
Ich weiß es nicht, wie so vieles. Ich sollte mit Dumbledore reden, aber mein Vertrauen in ihn ist ebenso getrübt worden, wie das in mich selbst. Wie hat er den Überfall zulassen können, warum wusste er nichts davon, warum wusste der Orden nichts davon? Ich will mir diese Fragen nicht stellen, sie treiben mich nur noch weiter in Verzweiflung und Pessimismus, aber ich muss sie mir stellen. Ich werde versuchen, eine Ordensversammlung zu beantragen und diese Fragen dort beantwortet zu kriegen. Voldemort wird so übermächtig, dass wir jetzt handeln müssen, oder uns auf ein Leben im Untergrund vorbereiten müssen, wenn es uns denn überhaupt vergönnt wäre, zu leben.
Die Zeiten sind hart und sie werden nur noch härter. Die Arbeit im Orden ist schwieriger und gefährlicher als je zuvor und dabei auch wichtiger als je zuvor. Mit Hoffnung und Optimismus in die Zukunft zu blicken, ist schwer genug, doch die letzte Nacht hat es nur noch schwerer gemacht. Tief in mir hoffe ich, dass ich das nächste Mal, wenn ich dieses Buch aufschlage, bessere Nachrichten habe, um die Seiten zu füllen.


Remus Lupin


Zuletzt von Remus Lupin am Do 3 Mai 2012 - 22:12 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Remus Lupin   Do 3 Mai 2012 - 22:08

„Man kann nicht immer ein Held sein, aber man kann immer ein Mann sein."
J. W. von Goethe


Wenn ich so durch die letzten Einträge blättere, merke ich, dass mein Leben - vor allem in letzter Zeit - nie mit viel Hoffnung gefüllt war. Immer lastete das Werwolf-Sein schwer auf mir, dann die Todesser, dann das, was man vielleicht als Sittenverfall betrachten könnte...Vieles, viel zu vieles belastet mich. Und jetzt merke ich, wie es mich zerfrisst. Die letzten Nächte habe ich fast ohne Schlaf verbracht. In den späten Morgenstunden bin ich ab und an in einen unruhigen Schlummer gefallen, doch dieser hilft mir nicht, die Tage zu überstehen. Die Müdigkeit zermürbt mich, aber die wenigen Stunden Schlaf, die ich bekommen habe, waren angefüllt mit Albträumen. Nichts Deutliches, nur ein Gefühl des Fallens, der Hilflosigkeit und des Schreckens. Schlimm genug, dass ich bald darauf voller Panik aufwache und schlimm genug, um mich an Schlafen zu hindern. Dabei brauche ich den Schlaf so dringend. Ich kann mich kaum konzentrieren, wenn ich wach bin, aber nicht schlafen, wenn ich im Bett liege.

Dennoch fühle ich mich auf eine merkwürdige Art und Weise zuversichtlich. Ich weiß nicht, warum. Vielleicht, weil endlich eine Ordensversammlung ansteht. Endlich kann ich die geschehenen Dinge besprechen, vielleicht können wir einen Plan aufbauen, der uns zumindest zurück ins Spiel bringt. Wenn ich endlich etwas hätte, das ich tun kann. Das ist das Schlimmste: Dass ich nachts wachliege und nicht schlafen kann und genau weiß, dass es egal ist, denn am darauffolgenden Tag kann ich genauso wenig tun.
Es ermutigt mich allerdings, dass ich in letzter Zeit so viele Menschen getroffen habe, die anscheinend so denken wie ich. Meine Besuche im Rolling Barrel haben sich ausgezahlt, denn vor allem die junge Ms Barker schien wirklich am Orden interessiert. Natürlich kann ich nicht an einem öffentlichen Platz mir vormals unbekannte Leute einfach fragen, ob sie Lust haben, bei einer Widerstandsbewegung mitzumachen, aber die kleinen Hinweise, die ich ausgesprochen habe, schienen ihr zuzusagen. Das ist ein weiteres Thema, das ich im Orden besprechen muss: Wie wir am besten Zuwachs bekommen, denn je mehr Sympathisanten und je mehr Mitglieder wir haben, desto größer ist die Chance, dass wir tatsächlich etwas bewegen.

Da ist allerdings noch etwas, das mich betrübt: Sirius' Verhalten mir gegenüber. Natürlich hat er es in seinem Leben auch nicht immer leicht gehabt; seine fanatische Familie und selbstverständlich die Zeit in Askaban nach dem Tod von Lily und James. Das verstehe und respektiere ich vollkommen. Aber seine Reaktion will mir nicht aus dem Kopf. Er kann mein Leid genauso wenig beurteilen, wie ich seines. Aber ich maße mir nicht an, sein Leid beurteilen oder gar mit meinem vergleichen zu können. Sein Verhalten hat mich mehr als irritiert. Es macht mich traurig, dass ich der Mensch, den ich immer als einen meiner besten Freunde verstanden habe, mich anscheinend so verachtet...Ich wäre selbst gerne stärker, aber ich muss akzeptieren, dass es mir vielleicht nicht möglich ist. Und das sollte Sirius ebenfalls tun.

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BeitragThema: Re: Remus Lupin   Mo 3 Jun 2013 - 22:16

"Die Moral eines Menschen ist zu beurteilen nach der Fähigkeit,
welch großes Opfer er zu bringen bereit ist,
ohne dabei an eine Gegenleistung zu denken.
"
Konrad Lorenz


Das macht mich zu einem moralischen Menschen, nicht wahr? So moralisch. So furchtbar moralisch. Und so dumm. Habe ich die Schmerzen vergessen? Habe ich das Gefühl der Hilflosigkeit vergessen? Gehe ich so sehr in meiner Rolle des Helden auf, dass ich sie nicht mehr abstreifen kann?
Warum nicht Alistair? Warum nicht Sirius, der sich mit dem Erlittenen doch so brüstet? Nein. Nein, so darf ich nicht denken. Leid lässt sich nicht gegeneinander aufwiegen, habe ich das nicht immer gesagt? Und dann bin ich so gut, wie jeder andere. Alistair hat genug gelitten. Victoria und Jennifer und...nein. Es bleibt dabei, bei jener sekundenschnellen Berechnung, nachdem Alistair die Worte ausgesprochen hatte. Er oder ich. Und ich werde dafür sorgen, dass ich es sein werde.
Wenn ich es schaffe. Wenn ich es schaffe, meinen Zauberstab nicht gegen die Todesser zu erheben, sondern es geschehen zu lassen, mich aufzugeben im Vertrauen auf den Orden.

Oder ist mein so heroisches Opfer lediglich meine Art, die Dämonen zu bekämpfen, die mich verfolgen? Ich kann nicht behaupten, die letzten paar Wochen und Monate zu gut geschlafen zu haben. Ein paar schlaflose Nächte pro Monat bin ich gewöhnt. Die Verwandlung schmerzt und einige Tage vorher spüre ich nachts bereits den Schmerz, noch vor Vollmond. Doch einige Tränke bringen das ins Lot. Doch im Moment...die einzigen Tränke die helfen gegen das Aufschrecken, die Albträume, die Angst sind solche, die mich für Stunden benebelt zurücklassen, doch selbst diese lassen mich keine Nacht durchschlafen. Zu real sind die Träume, die von Leid und Tod erzählen.
Verspüre ich vielleicht deswegen das unerklärliche, selbstzerstörerische Verlangen, noch einmal dieses morsche Haus zu betreten? Noch einmal mein Leben in den Händen jener zu wissen, die mich tot sehen wollen. Um mir zu beweisen, dass ich stärker bin als ich denke und als Wildman mich glauben ließ. Vielleicht verschonen mich die Albträume dann. Vielleicht träume ich dann nicht mehr jede Nacht von Schreckensszenarien bis ich mit rasendem Herzen aufwache.
Oder vielleicht wird meine Furcht nur bestätigt. Vielleicht werde ich bereits um Gnade betteln, wenn der Orden eintrifft. Wenn er eintrifft. Vielleicht werden meine Albträume auch nur Wirklichkeit, wenn der Plan nicht funktioniert. Jede Hoffnung auf Überleben wäre dann dahin und ich müsste mich fragen, ob ich den Tod hinnehmen könnte. Und auch wenn ich diese Frage nur negativ beantworten könnte wäre es egal, schließlich läge mein Leben dann schon lange nicht mehr in meinen Händen.

Und dann stellt sich mir immer noch die Frage: Wenn alles funktioniert, wie geplant, wenn alles nach Plan läuft, wir den Todessern endlich einmal Schaden zufügen...Wird das mein Gewissen erleichtern? Wird es meine Nächte ruhiger machen? Wird es mir besser gehen, wenn durch meine Hilfe Andere verletzt oder getötet wurden? Alistair wird die Gelegenheit nutzen, er wird nicht den so weichen Kurs des Ordens weiterverfolgen.
Ich sollte nicht weiter in diese Richtung denken. Wenn ich den Glauben an den Orden verliere, was habe ich dann noch? Wäre es dann nicht besser, den Tod zu finden, als an dem Letzten zu zweifeln, das mir Halt gibt?
Mein Leben liegt in Scherben. Lag es schon immer, seit Greyback es zerschmettert hat. So viele, die mich hassen wegen etwas, das ich nicht einmal zu verantworten habe und so wenige, die zu mir halten. Der Orden ist das Letzte, für das ich lebe. Wofür sonst? Freunde? Familie? Nein. Wohl kaum.
Wieder einmal stehe ich an einem Punkt, an dem ich einfach nur abwarten kann. Warten, was das Leben für mich bereithält und versuchen, damit klarzukommen. Mit Toten oder Verletzen auf einer der beiden Seiten. Mit weiteren Narben, sichtbar oder unsichtbar...

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BeitragThema: Re: Remus Lupin   Do 24 Okt 2013 - 14:53




Wenn ich die Wahl habe
zwischen dem Nichts und dem Schmerz,
dann wähle ich den Schmerz.

William Faulkner

Es ist kurz nach sieben Uhr morgens und ich sollte noch im Bett liegen und schlafen. Mich ausruhen von den Strapazen, mich erschöpft aber glücklich ob des im Großen und Ganzen gelungenen Plans fühlen. Stattdessen sitze ich in der Küche und warte darauf, dass ich endlich eine Nachricht von eine Ordensmitglied bekomme - aber warum sollte ich? - oder irgendetwas anderes passiert, das mich von meinen Gedanken ablenken würde.
Ich kann nicht behaupten, gut geschlafen zu haben. Vielleicht eine halbe Stunde, verteilt auf die ganze Nacht. Mein ganzer Körper fühlt sich noch wund und verletzt an, steif als hätte ich besonders schlimmen Muskelkater. Schon nach dem Kampf im Ministerium hatte ich mich kaum mehr auf den Beinen halten können und dennoch war es unmöglich, einzuschlafen. Ich bin kaum einmal eingedöst. Sobald ich meine Augen geschlossen hatte, spielten meine Gedanken immer und immer wieder die Bilder ab, die sich in meine Netzhaut gebrannt haben. Toms Tod. Braxtons Schreie. Malfoys gebrochene Stimme. So viel Leid. Für was?
Was haben wir erreicht? Die Todesser verschreckt? Ihnen Angst eingejagt? Ihr Versteck ist zerstört, ja. Aber war es das wirklich wert? Was hat Alistair sich erhofft? Was habe ich mir erhofft, dass ich diesem Plan zugestimmt habe?
Das sind die Fragen, um die meine Gedanken kreisen. Jeder andere Gedanke ist seltsam farblos und scheint mir völlig irrelevant. Ich habe mich hin- und hergedreht, die Augen geschlossen, wieder geöffnet und erneut geschlossen und versucht, die Bilder vor meinem inneren Auge zu ignorieren.

Ich kann nicht einmal sagen, was an den vergangenen Stunden am schrecklichsten war. Dumbledores Tod? Der Tod des Mannes, dem ich so viel verdanke. Wo wäre ich ohne ihn? Und was wäre ich ohne ihn? Ohne Dumbledore hätte ich Hogwarts niemals besucht, hätte ich nicht vom Orden erfahren, hätte ich nicht James und Sirius kennen gelernt. Was auch immer passiert wäre, bin ich mir doch sicher, dass mein Leben ohne Dumbledore keinen Sinn gemacht hätte. Dank Dumbledore habe ich nicht aufgegeben, habe nicht das Nichts, sondern den Schmerz gewählt. Vielleicht hätte es einen einfacheren Weg gegeben, mein bisheriges Leben zu bestreiten. Einen Weg mit weniger Schmerzen. Doch dank Dumbledore weiß ich wenigstens, dass die Schmerzen es wert sind. Dass sie so viel besser sind als das Nichts.
Doch mit Dumbledores Tod werden sich die Dinge ändern. Ich respektiere Alistair zutiefst. Er ist einer der wenigen im Orden, die tatsächlich wissen, zu was die Todesser in der Lage sind und dennoch kämpft er. Aber Malards Worte im Ministerium lassen mich einfach nicht los. Dass der Orden eine Gruppe Fanatiker sei, dass jene, die im Ministerium den Tod gefunden haben, auch unseretwegen gestorben sind. Vielleicht hätten mich seine Worte nicht so tief getroffen, wenn nicht Lucius Malfoy ihm zugestimmt hätte. "Können Sie mir vielleicht sagen, Mr Lupin, was Sie vom Orden überhaupt noch von den Todessern unterscheidet, ich weiß es nämlich nicht..." Das waren seine Worte und auch wenn mein erster Instinkt war, den Orden zu verteidigen, etwas auf diese Unterstellung zu antworten, habe ich gemerkt, dass mir das nicht möglich war. Ich wusste nichts zu erwidern. Unsere Ziele unterschieden uns, natürlich. Aber rechtfertigt das "richtige" Ziel etwa, den Tod Anderer in Kauf zu nehmen?
Der Orden ist unterlegen, allein schon, weil er niemanden umbringt. Weil wir die Guten sind. Weil wir nicht zu Erpressung, Folter und Mord greifen, um unsere Ziele zu erreichen. Aber Lucius hat Recht: Unsere Vorgehensweise ist brutaler als sie sein dürfte. Dumbledore ist kaum tot und der Orden verliert sich bereits.
Auch wenn unser Plan erfolgreich aufgegangen wäre, hätte das nicht die Vorgehensweise gerechtfertigt. Wir haben das Leben aller Ordensmitglieder gefährdet. Das hätte ich ertragen können, die Mitgliedschaft im Orden ist schließlich riskant. Dennoch mache ich mir Vorwürfe, dass Braxton so schwer verletzt wurde. Dass Tom gestorben ist, denn Malarde hat Recht: Wären wir nicht gewesen, hätte er diesen Tag vielleicht überlebt. Schwerer wiegt aber meine Rolle: Wäre der Orden nicht erschienen, wäre mir ein schmerzhafter Tod sicher gewesen. Obwohl alles nach Plan lief, wurde mir Leid zugefügt. Allein die Vorstellung, ich hätte es nicht geschafft, die Todesser auf meine Fährte zu setzen und an meiner statt hätte Braxton all das erleiden müssen, lässt in mir Übelkeit aufsteigen. Oder die Todesser hätten all das Jennifer angetan. Oder Victoria. Für mich selbst konnte ich es verantworten. Ich war mir sicher, dass der Orden mir soviel Wert ist und dass ich - so ich es überlebte - irgendwie klarkommen würde. Oder was man so klarkommen nennt.
Aber wie hätte der Orden es verantworten können, wenn ein Mitglied gestorben wäre? Nicht durch einen unvermeidlichen Unfall, sondern bei einem geplanten, hinterhältigen Angriff?

Und sogar jetzt - wo alle Ordensmitglieder überlebt haben, überwiegend unverletzt - spüre ich das Gewicht von Schuld. Denn während ich von Jennifer, Braxton, Vicoria weiß, dass sie wohlbehalten sind, weiß ich es von Lucius Malfoy nicht. Ich habe Mitleid mit einem Todesser. Die Grenzen verschwimmen immer mehr. Aber wie sollte ich Lucius' Schicksal unbeachtet lassen? Auf eine seltsame Art und Weise sehe ich in ihm einen Leidensgenossen. Vor wenigen Stunden noch im Ministerium habe ich ihn verabscheut. Reinblütig, arrogant, Todesser. Ich hätte ihm vielleicht eigenhändig einen Fluch auf den Hals gejagt, hätte Alistair es nicht getan, aber ganz sicher nicht gedacht, dass ich kurze Zeit später mit ihm reden würde. So offen und ehrlich, wie ich zuvor mit kaum jemandem geredet habe.
Ich weiß immer noch nicht, warum Lucius damals den Todessern beigetreten ist, aber vielleicht kann ich es herausfinden. Vielleicht kann ich dann besser verstehen, was er mir erzählt hat. Sicher ist, dass wir beide ohne zu zögern für andere sterben würden. Lucius für seine Familie, ich für den Orden.  Die Todesser sind die Letzten, unter denen ich jemanden gesucht hätte, der mir in dieser Hinsicht so ähnlich ist. In der Zeit, die wir vor Voldemorts Versteck verbracht haben, haben Anspannung und Schuldgefühle meine Gedanken überlagert, aber im Nachhinein habe ich beinahe das Gefühl, dass Lucius mein Schicksal näher ging, als den Ordensmitgliedern. Ich wusste - hoffte - dass ich an diesem Abend nicht sterben würde, aber die Situation hätte genauso gut real sein können. Für Lucius war sie real und auch ich hätte mich - so bilde ich es mir zumindest ein - nicht anders verhalten. In den wenigen Minuten hat Lucius meine Hingabe zum Orden begriffen und mehr bewundert, als die meisten Ordensmitglieder. Ich will kein Held sein! Ich will nicht bewundert werden. Ich möchte nur Respekt für meine Entscheidungen und ein wenig mehr Unterstützung. Vielleicht bin ich zu dramatisch, vielleicht stimmten meine Worte Lucius gegenüber jedoch auch. Würde der Orden meine Hingabe erst begreifen, wenn ich wie Dumbledore im Kampf gefallen wäre? Wenn sie sie begreifen würden... Vielleicht bin ich auch zu empfindlich. Schließlich lebe ich. Kaum ein paar verbliebene Kratzer zeugen dank einiger Heilzauber vom gestrigen Tag. Was verlange ich mehr?

Wie dem auch sei. So sehr mir die Unterhaltung mit Lucius geholfen hat, wünsche ich mir dennoch, ich hätte nicht so viel über ihn erfahren. Denn jetzt weiß ich, dass nicht alle Todesser den Tod verdient haben. Doch Lucius zu vertrauen oder gar zu helfen, wäre Verrat am Orden. Wenn wir eine Chance auf einen Sieg haben wollen, können wir keine Rücksicht auf unsere Feinde haben. Oder uns zumindest nicht mit ihnen anfreunden.
Trotzdem lässt mir der Gedanke, was mit Lucius und seiner Familie passiert, einen Schauer über den Rücken laufen. Voldemort verzeiht Fehler nicht. Lucius' Schuldgefühle über meinen angeblich nahen Tod wirken so makaber, wenn man weiß, dass ich ihn lediglich zur Schlachtbank geführt habe. Nicht er hat meinen Tod zu verantworten, sondern ich seinen. Ich habe seinen Worten gelauscht, sein Mitleid und Vertrauen genossen und ihn dabei nichts als betrogen. Sogar als er Arthur hat gehen lassen und zugestimmt hat, mich allein als Geisel zu behalten, in der Hoffnung seine Familie vor dem Zorn Voldemorts schützen zu können - nur seine Familie! Nicht einmal sich selbst! - habe ich es fertig gebracht, ihn allein zurückzulassen. Mit nichts als Angst um seine geliebte Familie. Ich habe ihm versprochen, als Pfand für Voldemort zu dienen und habe das Versprechen gebrochen, sobald ich nur die entfernteste Möglichkeit zur Flucht hatte.
Gerne würde ich mir einreden, dass das lediglich Loyalität gegenüber dem Orden war, dass dieser meinen Tod nicht verwunden hätte, doch ich habe Malfoy doch selbst erklärt, was mein Tod für die Anderen bedeuten würde. Ein trauriges Ereignis vielleicht, aber niemand hätte zu sehr darunter gelitten. Ich bin nicht unersetzlich für den Orden, wäre es aber für Malfoy gewesen. Aber so sehr ich vor Lucius von meiner edlen Gesinnung geprahlt habe, dass ich für den Orden alles menschenmögliche tun und ertragen würde, dass ich mich stets für den richtigen Weg entscheiden würde, egal wie schmerzhaft dieser sein würde, so sehr haben meine Taten meine Worte lügen gestraft. Ich kann nur hoffen, dass Voldemorts Strafe nicht zu hart ausfallen wird, auch wenn ich wohl nicht darauf hoffen kann, dass Lucius mir jemals verzeihen wird. Warum sollte er auch.

Im Moment weiß ich nicht, wie mein Leben weitergehen wird. Vielleicht war der brutale Kurs des Ordens ja nur eine Art Reaktion auf Dumbledores Tod, ein Zeichen von Hilflosigkeit, Wut und Verwirrung. Aber was, wenn der Orden diesen Kurs beibehalten wird? Ich denke nicht, dass ich mit mir vereinbaren könnte, dann weiterhin Mitglied des Ordens zu sein. Aber was bleibt mir dann?

Remus Lupin
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Remus Lupin
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BeitragThema: Re: Remus Lupin   Fr 22 Apr 2016 - 0:59


I must be mad thinking I'll be remembered - yes
I must be out of my head! [...]
My name will mean nothing
Ten minutes after I'm dead!

A. L. Webber


Das also ist der neue Orden. Wir entführen Leute. Wir drohen ihnen. Wir verletzen sie. Und wozu? Für ein paar mickrige Informationen, die wir ohnehin bekommen hätte. Und wenn nicht, hätten wir sie nicht vermisst.
Ich bin nur froh, dass Bullard wieder zurück ist und ich mich nicht mehr jede Minute darum sorgen muss, was Alistair wohl gerade tut und wie es Bullard geht.
Mir war klar, dass der Orden sich verändert hat. Und eigentlich, eigentlich haben wir nichts Schlimmes getan. Verglichen mit der Behandlung der Todesser, sogar der ihrer eigenen Leute, haben wir nichts getan, was mir ein schlechtes Gewissen verursachen müsste.
Dann wiederum liegt es daran, dass ich Tag und Nacht bei Bullard war. Alistair hat mehr als deutlich gemacht, dass er bereit ist, "fortgeschrittene Befragungsmethoden" zu nutzen, hätte Bullard nichts gesagt. Zum seinem Glück war er recht kooperativ.
Doch genau da liegt das Problem: Hätte ich Alistair nicht aufgehalten, wäre Bullard etwas weniger kooperativ gewesen, wer sagt dann, dass Bullard den Aufenthalt beim Orden ohne weiteres überstanden hätte?
Konkurrieren wird mit den Todessern nun auch, wenn es um moralische Niederträchtigkeit geht? Müssen unsere Mitglieder bald genauso viel Angst vor dem Oberhaupt des Ordens haben wie die Todesser vor Voldemort?

Ist das der neue Orden?
Was mich wohl am meisten stört, ist wie allein ich mit meiner Meinung darstehe. Einerseits kann ich Alistairs radikaleren Ansatz nachvollziehen. Er hat in den Händen der Todesser gelitten wie kaum ein anderer und sinnt auf Rache. Andererseits habe auch ich meine Erfahrungen mit den Todessern gemacht und dennoch - gerade deswegen! - will ich nicht, dass sich der Orden auf dieses Niveu herablässt.
Doch die anderen scheinen auf Alistairs Seite zu sein. Vor wegen Monaten lebte Dumbledore noch. Wie kann es sein, dass seine Worte, seine Ideen so schnell vergessen wurden? Wie viele Ordensmitglieder waren so voller Überzeugung, haben Dumbledore unterstützt und zu ihm aufgeblickt. Und nun stellen sich die gleichen Hexen und Zauberer auf Alistairs Seite, die bereit ist, zu entführen, zu foltern, zu töten.

Nicht nur der Orden ist neu, anders. Auch Hogwarts scheint nicht mehr der liebevolle Ort zu sein, der mich und die anderen einst nach dem Sommerferien empfangen hat. Nach allem, was ich gehört habe, ist Santford kein Todesser. Doch nachdem ich nun weiß, dass nicht alle Todesser schlechte Menschen sind, überrascht es mich wenig, dass nicht alle Menschen, die keine Todesser sind, automatisch gut sind.
Ich fürchte, dass Vieles, was der neue Unterrichtsplan sagt, auf fruchtbare Ohren fallen wird. Vor allem Slytherins sind viel zu oft schon durch ihre Eltern geprägt, aber auch zu viele Schüler der anderen Häuser sind empfänglich für jeden, der ihnen großes verspricht. War Peter - auch wenn ich seinen Namen nicht einmal ausschreiben will - nicht auch ein Gryffindor? Das Haus sagt schlussendlich eben nichts darüber aus, was wirklich in einem steckt.

Auf eine paradoxe Art und Weise bin ich allerdings entspannter als zuvor. Ruhiger. Vielleicht könnte man es resigniert nennen. Der Orden beginnt, einen Weg zu beschreiten, auf dem ich ihm nicht folgen möchte. Vielleicht müssen die Umstände erst schlechter werden, ehe ich meine Prinzipien über Bord werfe.
Bis dahin werde ich auf ihnen beharren, auch wenn es heißt, mich bei einzelnen Entscheidungen gegen den Orden zu stellen. Es darf einfach nicht sein, dass Dumbledores Worte so schnell vergessen werden.


Remus Lupin
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